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Tipps für ein längeres Leben

Es wäre doch so schön: Forscher finden das Gen, das dafür zuständig ist, den Körper altern zu lassen. Sie schalten es aus oder schwächen es ab – und sofort werden wir alle mindestens 10 oder 15 Jahre länger leben. Leider wurde so ein Gen noch nicht gefunden. Es würde auch nur bedingt hilfreich sein, denn Wissenschaftler rechnen damit, dass die Lebenserwartung nur zu 30 Prozent auf Erbfaktoren zurückgeht. Wir müssen uns damit abfinden, dass es die eine Einflussquelle auf das Altern nicht gibt und viele verschiedene Umweltfaktoren eine größere Rolle spielen.

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Bernd Kleine-Gunk, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging-Medizin, zeigt in seinem Buch 15 Jahre länger leben, wie wir uns vor einem frühzeitigen Tod schützen können. Dazu gehört der Schutz der Zellen durch Antioxidantien, die gewebeschädigende freie Radikale an sich binden und unschädlich machen. Ebenfalls wirksam ist der Verzicht auf Zucker und einfache Kohlehydrate: „Kalorienrestriktion gehört zu den am besten untersuchten und gesicherten Maßnahmen der Anti-Aging-Medizin“, schreibt Kleine-Gunk. Viele Alterungsprozesse werden auch von schwelenden Entzündungen ausgelöst, insbesondere im HNO- und Zahnbereich. Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt und entzündungshemmende Stoffe wie die in Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sind also wichtig. Insbesondere Frauen macht der Rückgang der Geschlechtshormone im Alter zu schaffen: Eine Hormontherapie kann bei entsprechender Diagnose hilfreich sein.

Krebs ist eine besonders schlimme Krankheit, die meist im höheren Lebensalter zuschlägt. Sie entsteht durch die Mutation körpereigener Zellen. Zwei kanadische Krebsforscher haben die wichtigsten Erkenntnisse zur Krebsentstehung wunderbar leicht verständlich zusammengetragen. Der Buchtitel verrät, worum es in Krebszellen mögen keine Himbeeren vor allem geht: um die zehn wichtigsten Nahrungsmittel, mit denen Sie der Krebsentstehung vorbeugen können. Eine einzelne Krebszelle kann sich nur vermehren, wenn die Umgebung stimmt. Phytochemische Moleküle, die auch als sekundäre Pflanzenstoffe bezeichnet werden, verderben dem Krebs die Wachstumsgrundlagen. Um nur eines der Lebensmittel zu nennen: Alle Arten von Kohl (auch Brokkoli gehört dazu) sind das wirkungsvollste Krebspräventionsgemüse. Fünf Portionen pro Woche verringern das Brust- und Blasenkrebsrisiko um 50 Prozent.

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Auch wenn über das eine oder andere Gesundheitsrezept noch Uneinigkeit herrscht, in einem Punkt sind sich alle Präventionsmediziner einig: Bewegung, körperliche Fitness, ein schwungvoller Stoffwechsel, Verzicht aufs Rauchen und die Reduktion von Übergewicht gehören zu den wichtigsten Anti-Aging-Hilfsmitteln. Wer wenig Zeit dafür hat, freut sich über „HIT“. Die Abkürzung steht für „High Intensity Training“, auf Deutsch „Training mit hoher Intensität“. Dahinter steckt die Erkenntnis, das die positiven Gesundheitseffekte eines zweistündigen, gemächlichen Laufs auch in einem Bruchteil der Zeit erreicht werden können – mit einem sehr kurzen Training an der Belastungsgrenze. Nur 10 Minuten an drei Tagen pro Woche reichen, und Sie profitieren von schnellem Muskelaufbau, besserer Ausdauer und Fettreduktion. Gleich zwei Bücher erklären, wie es geht: Fast Fitness von Michael Mosley zeigt, wie Sie HIT richtig anfangen. Der Schwede Anders Hansen geht noch einen Schritt weiter und bettet das intensive Training in Das Gesundheitsrezept ein, das vor allem eines ist: ein Lobgesang auf die Bewegung und ihre positiven Auswirkungen auf Körper und Geist. Also: Legen Sie los!

Christian Mascheck

Christian Mascheck schreibt seit 2000 für getAbstract und hat annähernd 300 Wirtschafts- und 200 Klassiker-Abstracts verfasst. Er arbeitet als freier Journalist, PR-Berater und Content-Marketing-Spezialist in Hamburg.

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