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10 Minuten mit Anja Förster & Peter Kreuz

Unsere Welt, die Menschen und das Denken wandeln sich, und mit ihnen unsere Wirtschaft. Entsprechend muss die Wirtschaft von jeder Generation neu gestaltet werden, denn das eine Rezept immerwährenden Erfolgs gibt es nicht. Wer zukunftsweisende Ideen will, kommt nicht umhin, seine Denkfähigkeit anzukurbeln und konventionelle Muster zu hinterfragen, zu prüfen, zu widerlegen, zu experimentieren, zu analysieren, neu zu denken. Anders denken ist kein Luxus, sondern das A und O, wissen die Bestsellerautoren Anja Förster und Peter Kreuz.

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getabstract: Sie möchten mit Ihrem Buch zum Andersdenken anregen. Kann jeder Andersdenker werden oder muss man bestimmte Eigenschaften mitbringen?

Förster: Nein, keine bestimmte Eigenschaften, aber es ist die Bereitschaft erforderlich, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und sich weder von Dogmen noch von Bedenkenträgern oder Besserwissern beeindrucken zu lassen. Wichtig ist, dass das betriebliche Umfeld stimmt. Mut, kluges Hinterfragen und der Wille, neue Ideen auch jenseits des Mainstreams voranzutreiben, müssen honoriert werden. Es muss für jeden einzelnen Freiräume geben und echte Befugnisse, die es möglich machen, tatsächlich etwas zu bewegen. Es geht darum, dass jeder, wirklich jeder, etwas beitragen kann. Und dass niemand Angst haben muss, den Mund aufzumachen.

getAbstract: Was bedeutet Andersdenken für Sie persönlich?

Kreuz: Für mich bedeutet es, keine Scheu zu haben, Erfolgsmuster zu hinterfragen, Denkgrenzen zu sprengen, neue Einsichten aufzuspüren, Experimente zu wagen, Misserfolge zu analysieren und wieder von vorn zu beginnen. Das ist mein Lebensthema und natürlich auch ein wichtiges Thema in den Büchern, die ich gemeinsam mit Anja schreibe. Hinter dieser Haltung steht eine tiefe und manchmal auch sehr anstrengende Denkarbeit, die mich einerseits aus Denkroutinen aufweckt und mich andererseits daran erinnert, worum es eigentlich geht: Spuren zu hinterlassen und nicht nur Staub.

getAbstract: Was sollen potenzielle Andersdenker tun, wenn ihr Unternehmen starr und unflexibel ist, also eigentlich kein Raum zum Andersmachen besteht?

Kreuz: Sie brauchen Verbündete. Einzelne Andersdenker, die die heilige Ordnung in Frage stellen und mit kühnen neuen Ideen aufwarten, können leicht zur Seite gedrängt werden. Wenn es aber mehrere sind, dann ist es sehr viel schwieriger, sie auszubooten. Es ist auch für das eigene seelische Gleichgewicht gut zu wissen, dass man Verbündete hat und nicht alleine kämpfen muss. Diese Verbündeten müssen nicht zwangsläufig Kollegen sein, sondern es können auch Kunden oder Zulieferer sein, mit denen Sie gemeinsam eine neue Idee vorantreiben. Aber klar ist auch, wenn ich nach ausgiebiger Suche keine Verbündete finde, dann muss ich mir die Frage stellen: Gibt es ein anderes Spielfeld, wo meine Ideen gewünscht und gewollt sind?

getAbstract: Was ist ihr Eindruck: Haben sich deutsche Unternehmen mittlerweile für Querdenker und neue Arbeitsmethoden geöffnet?

Förster: Sehr langsam. Die Erkenntnis, dass wir mehr Anders- und Selberdenker brauchen, die interessante Ideen jenseits des Altvertrauten entwickeln und vorantreiben, ist da. In der Unternehmenspraxis bedeutet das aber noch lange nicht, dass es auch erwünscht und karriereförderlich wäre. Das ist die Paradoxie. Oftmals ist es so, dass derjenige, der eine Meinung vertritt, die von der herrschenden Norm abweicht, sehr schnell einsam ist. Der Mehrheit ist allerdings nicht bewusst, dass sie dem Andersdenker eigentlich dankbar sein sollten. Denn die abweichende Meinung ist auch dann nützlich, wenn sie falsch ist, denn Andersdenker erhöhen die Qualität der Entscheidung.

getAbstract: Sie sind auch als Speaker unterwegs, zudem auch in den sozialen Netzwerken sehr aktiv. Gibt es eine Frage, die Ihnen dort immer wieder gestellt wird?

Kreuz: Eine Frage, die ich gerade in Bezug auf das Thema Veränderung und Digitalisierung immer wieder höre: Was macht eigentlich gute Führung aus? Wie gelingt es, Menschen durch die Stromschnellen einer sich immer schneller verändernden Welt zu lotsen? Ich sehe es so: Als Führungskraft bin ich dann erfolgreich, wenn es mir gelingt, dass Menschen mir vertrauen. Und zweitens und noch viel wichtiger, wenn es mir gelingt, dass die Menschen sich selbst vertrauen.

Über die Autoren

Anja Förster und Peter Kreuz sind Bestsellerautoren, Managementberater und gefragte Vortragsredner. Ihre Mission ist es, Denkmauern einzureißen und den Horizont zu öffnen für eine neue Art zu leben und zu arbeiten. Die beiden sind sowohl beruflich wie auch privat ein Paar und leben abwechselnd in Deutschland und Frankreich.

Mehr über die Autoren: www.foerster-kreuz.com

 

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